Im Rahmen des Sponsoring für das GlobalFutureCamp freue ich mich, einen Artikel unseres Sponsors Delinat hier zu veröffentlichen.
Viel Spass beim Lesen und noch mehr am Freitagabend den 18.9. beim Verkosten der Wein in der Kalkscheune ab 20h.
Moritz Avenarius
Eine zweite Bio-Revolution tut Not!
Vor etwa 30 Jahren fand die erste Bio-Revolution statt: Engagierte, kreative Menschen, Landwirte und Alternative fingen an, der konventionellen, industrialisierten Landwirtschaft den Rücken zu kehren und ökologische Produkte zu erzeugen. Bio-Landwirt oder Bio-Winzer musste man aus Überzeugung werden – viel Geld war damit nicht zu verdienen. Mit Ideen und Idealismus schafften die „grünen Spinner“ sich aber ihre Nische: Die ersten Bioläden entstanden, die Zahl der biologisch wirtschaftenden Höfe wuchs und vereinzelt war hier und da bereits ein Bio-Winzer zu finden; der Grundstein zu einer stetig wachsenden Öko-Bewegung war gelegt.
Seitdem ist viel passiert: Bio boomt, Öko ist Trend. Die Grünen sind eine etablierte Partei, jeder Supermarkt und selbst so mancher Discounter bietet ein reichhaltiges Bio-Sortiment. Bio ist Mainstream – aber wie hat das die Produktion der biologisch erzeugten Waren verändert? Mit zunehmender Popularität der Bio-Produkte wächst auch die nachgefragte Menge. Um diese zu erzeugen, findet auch im Bio-Sektor seit Anfang dieses Jahrhunderts eine regelrechte Industrialisierung statt – und die internationalen Bio-Richtlinien werden lascher. Mit staatlichen Subventionen ist in den vergangenen 10 Jahren eine neue Generation Bio-Erzeuger entstanden. Viele entscheiden sich aus finanziellen Gründen für den Bio-Anbau: Giftige Pestizide werden gegen bio-zertifizierte Spritzmittel ausgetauscht. „Im Kopf hat aber kein eigentliches Umdenken stattgefunden, noch immer werden die ,bösen Schädlinge’ bekämpft. Das geht etwa so gut, wie wenn ein Schulmediziner Antibiotika und Schmerzmittel gegen homöopathische Arzneien austauscht, aber weiter gegen ,Erreger‘ kämpft anstatt für den Patienten.“ So sieht es Karl Schefer, der den Biowein-Versand Delinat 1980 gründete.
Bio-Produkte werden also in zunehmendem Masse industriell hergestellt, und damit stellen sich neue Fragen und Probleme: Ist es besser, Kompromisse einzugehen, damit grössere Mengen an Bio-Lebensmitteln erzeugt werden können? Kann das eine Antwort auf die Fragen unserer Zeit sein (Stichwort Klimawandel)? Was unterscheidet industriell hergestellte Bio-Lebensmittel noch von konventionellen Produkten? Sind sie immer noch schmackhafter und gesünder? Was ist mit den Böden, auf denen diese Produkte erzeugt werden? Sind diese Böden lebendiger als die der konventionellen Landwirtschaft?
Hier möchte ich an den Claim des GlobalFutureCamp erinnern: „Es geht um unsere gemeinsame Zukunft auf diesem Globus – gestalten wir sie menschlich und nachhaltig, für uns und künftige Generationen!“ Sicherlich: Es ist positiv zu werten, dass immer mehr Flächen ökologisch bewirtschaftet werden; selbst im konventionellen Anbau wird weniger bzw. nicht mehr ganz so giftig gespritzt. Aber kann das schon alles sein? Nicht nur Öko-Fundis kritisieren zu Recht, dass durch Anbau in grossen Mengen Ziele, Ideale und Qualitäten des ökologischen Landbaus immer mehr verwässert werden.
Keine Frage – die Bio-Landwirtschaft braucht neue Impulse. Hier setzt Delinat an: Im Juni dieses Jahres wurde das Delinat Institut für Ökologie und Klimafarming gegründet. Die gemeinnützige Stiftung hat ihren Sitz mitten in den Weinbergen des Schweizer Wallis. Delinat brachte das Stiftungskapital ein und der Walliser Winzer Hans-Peter Schmidt sein Weingut Mythopia in die Stiftung. Fünf Forscher und Winzer sind bereits angestellt, wie auch mehrere Praktikanten, Diplomanden und Doktoranden. Alles läuft in der Praxis ab – der Weinberg ist das Labor. Nichts weniger als ein Leitbild für den europäischen Weinbau der Zukunft soll hier geschaffen werden. Ziele der Ökologieforschung im Institut sind
1.Erhöhung der Biodiversität
2.Pflanzenschutz durch pflanzliche Heilmittel
3.Verbesserung der Bioaktivität und Gesundung der Terroirböden
4.Klimaneutralität der Weinberge
5.Erhöhung der Weinqualität und Ausprägung des Terroir-Charakters
Und so soll dann die Ökologisierung umgesetzt werden: Auf dem Mythopia-Weingut werden risikoreichere Versuche in kleinem Rahmen durchgeführt; auf dem Delinat-Weingut Château Duvivier werden die Forschungsergebnisse in grossem Massstab mit dem Ziel wirtschaftlicher Rentabilität angewandt. In verschiedenen Weinbauregionen Europas werden weitere Pilot-Zellen ausgewählt, um Vorzeigeflächen zu schaffen, welche die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Ökologisierung belegen.
Das ausführliche Forschungsprogramm findet sich unter www.delinat-institut.org. Weiterführende Texte und Bilder gibt es im Ithaka Journal unter www.delinat.com/ithaka. Hier sind Kommentare willkommen!
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